Moissanit oder Diamant: Feuer, Härte, Tester und Wert
Die kurze Antwort
Moissanit besteht aus Siliziumkarbid und ähnelt Diamant optisch stark, weist jedoch klare Unterschiede auf. Moissanit besitzt mehr als die doppelte Dispersion von Diamant, erzeugt intensive Regenbogenblitze und zeigt unter der 10-fach-Lupe eine deutliche Doppelbrechung. Während einfache Wärmetester Moissanit fälschlich als Diamant einstufen, entlarven elektrische Leitfähigkeitstester ihn sofort.
Zusammensetzung: Siliziumkarbid gegen reinen Kohlenstoff
Natürlicher Moissanit ist extrem selten und wurde erstmals 1893 in einem Meteoritenkrater entdeckt. Nahezu aller heute im Schmuckhandel verwendete Moissanit wird synthetisch im Labor hergestellt.
Diamanten bestehen hingegen aus reinem kristallisiertem Kohlenstoff. Ob natürlich gewachsen oder als Labor-Diamant gezüchtet – Diamanten besitzen eine kubische Kristallstruktur.
Feuer und Brillanz: Der Diskokufeleffekt
Der optische Unterschied liegt in der Lichtbrechung und Dispersion:
- Diamant: Brechungsindex von 2,417 und Dispersion von 0,044. Reflektiert klares weißes Licht mit dezentem, natürlichem Feuer.
- Moissanit: Brechungsindex von 2,654 bis 2,691 und Dispersion von 0,104. Im Sonnenlicht wirft Moissanit auffällige regenbogenfarbene Blitze, was oft als 'Diskokugel-Effekt' bezeichnet wird.
Doppelbrechung unter der Lupe erkennen
Diamanten sind einfachbrechend (isotrop). Moissanit ist doppelbrechend (anisotrop): Licht wird beim Eintritt in zwei Teilstrahlen gespalten. Betrachtet man Moissanit mit einer 10-fach-Lupe schräg durch die Kronenfacetten, erscheinen die Kanten der Rückseite verdoppelt (Facettenverdopplung). Bei Diamanten bleiben Kanten aus jedem Winkel rasiermesserscharf einfach.
Härte und Kratzfestigkeit: Mohs 9,25 gegen 10
Diamant ist mit Härte 10 auf der Mohs-Skala das härteste bekannte Mineral. Moissanit erreicht 9,25 und ist damit der zweithärteste Edelstein im Schmuckbereich, deutlich robuster als Zirkonia (8,0). Dennoch besitzt Diamant eine viermal höhere absolute Ritzhärte. Erfahren Sie mehr in unserem Leitfaden zu den Diamant 4C.
Warum einfache Diamanttester getäuscht werden
Günstige Diamant-Prüfstifte messen lediglich die Wärmeleitfähigkeit. Da Moissanit Wärme ähnlich schnell wie Diamant ableitet, schlägt ein solcher Tester fälschlich positiv an. Juweliere nutzen Kombigeräte, die auch die elektrische Leitfähigkeit prüfen: Diamant ist ein Isolator, Moissanit leitet schwach Strom.
Wiederverkaufswert auf dem Zweitmarkt
Moissanit kostet nur einen Bruchteil eines echten Diamanten, besitzt auf dem Wiederverkaufsmarkt jedoch kaum eigenständigen Materialwert. Pfandhäuser und Juweliere vergüten meist nur das Fassungsgold. Details finden Sie im Artikel Was Schmuck wirklich wert ist.
Häufige Fragen
Erkennt ein Juwelier Moissanit sofort?
Ja. Unter einer 10-fach-Lupe erkennt ein Gemmologe sofort die typische Facettenverdopplung und das übertrieben bunte Farbfeuer.
Schlägt ein Diamanttester bei Moissanit an?
Einfache Thermotester piepen oft fälschlich. Professionelle Mehrtester prüfen zusätzlich die elektrische Leitfähigkeit und erkennen Moissanit zuverlässig.
Wird Moissanit mit der Zeit milchig?
Nein. Mit einer Mohshärte von 9,25 verkratzt Moissanit im Alltag nicht. Schmutz und Handcreme lassen sich durch einfaches Reinigen restlos entfernen.
Wie analysiert Carat Ringe mit Steinen?
Auf unserer Seite <a href="/how-it-works">So funktioniert es</a> erfahren Sie, wie die App Fassungen, Proportionen und Punzen auswertet.